Einfach zu schön um Zuhause zu bleiben…

Obwohl ich erst vor ziemlich genau zwei Wochen nach Lissabon gezogen bin, kommt es mir so vor als wäre es schon viel länger. Jeden Tag entdecke ich neue Orte, lerne neue Leute kennen, bin immer wieder überwältigt von der Schönheit der Stadt und genieße das gute Wetter an einem der vielen Strände in der Nähe. Gleichzeitig vergehen die Tage aber auch wie im Flug und ich habe kaum eine ruhige Minute, es gibt einfach zu viel zu entdecken!

Ein Phänomen, dass man bei vielen neuen Erasmus-Studenten – inklusive mir – beobachten kann, ist, dass die vielen neuen Eindrücke, das Erkunden der Stadt und vor allem die vielen Partys und Events ihren Tribut fordern. Schniefend und hustend sieht man sie bei den Free-Walking-Tours durch die Stadt stapfen, die Augen blau unterlaufen und es werden sich Ibuprofen und Aspirin eingeworfen wie Tic-Tac.

An Ausruhen ist bei den vielen Aktivitäten aber überhaupt nicht zu denken, man könnte ja etwas verpassen! Allerdings hat am Sonntag dann doch die Vernunft gesiegt. Ich habe den Trip nach Sintra abgesagt und bin den ganzen Tag im Bett geblieben, hab Serien geschaut, Ingwertee geschlürft und die Rollläden meines Fensters unten gelassen, um nicht sehen zu müssen wie hammergeil das Wetter draußen ist.

Diese Woche hat auch das Semester an meiner Uni begonnen. Der Campus ist überschaubar, es gibt nur wenige Gebäude, einen kleinen gemütlichen Innenhof mit einer Cafeteria, einem Pool und ein paar Palmen, was dem Unicampus ein bisschen den Character einer Hotelanlage verleihen. Am Montag habe ich dann endlich meinen Kursplan mit den Uhrzeiten bekommen und -surprise surprise – ich muss jeden Tag um 08.00 Uhr an der Uni sein. Für mich als Morgenmensch natürlich ein absoluter Traum (Achtung Ironie). Nach dem ersten Schockmoment habe ich mich dann damit getröstet, dass ich mich hoffentlich irgendwann an das frühe Aufstehen gewöhnen werde. Und immerhin habe ich keine Kurse an den Nachmittagen, so dass ich nach einer langen Partynacht meine Akkus mit einem Mittagsschläfchen wieder aufladen kann.

Aber jetzt ist erstmal Wochenende und ich komme auch langsam mal zum Punkt, denn ich muss mich gleich auf den Weg zum Flughafen machen, um meinen ersten Besuch in Empfang zu nehmen 🙂 Anki, Stefan, Dome und Nico kommen mich dieses Wochenende besuchen und ich bin schon ganz aufgeregt, wie ihnen Lissabon gefallen wird.

Sehr bald werde ich auch mal ein paar Bilder hochladen, ich bin bisher noch nicht dazu gekommen die Bilder zu sortieren und zu bearbeiten. Also, schaut bald wieder rein, ich freu mich drüber! 🙂

Bis zum nächsten Mal 🙂 Beijinhos!

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First days in Lisboa

Es ist Sonntagabend, ich sitze bei offenem Fenster in meinem Zimmer im Distrikt Alfama und lausche der leisen Fado Musik und den Unterhaltungen der Menschen in den zahlreichen Cafés und Straßen. Vier Tage ist meine Ankunft in dieser Stadt nun her und endlich habe ich etwas Zeit, um über meine ersten Eindrücke in Lissabon zu berichten.

Trotz, dass ich erst seit sehr kurzer Zeit in der Stadt bin und vorher auch niemals in Lissabon war, fühle ich mich aus irgendeinem seltsamen Grund nicht fremd. Möglicherweise liegt es an der monatelangen Vorbereitung, oder daran, dass ich bereits am Flughafen von meinem portugiesischen Buddy Jorge abgeholt wurde. Den Tag meiner Ankunft haben wir gemeinsam in der Stadt verbracht, sind durch die Straßen geschlendert und haben uns über Lissabon und die Geschichte Portugals unterhalten (im Wesentlichen hat er mir alles darüber erzählt, Geschichte lag mir noch nie so richtig). Vermutlich ist deswegen das groß erwartete „Touri-Gefühl“ am Anfang ausgeblieben. Den Weg zu meiner Wohnung von der nächsten Metro Station kannte ich bereits vor meiner Ankunft sehr genau, da ich ihn im Vorfeld in Google Streetview abgelaufen bin (gute Vorbereitung ist alles). Deswegen konnte ich auch das verzweifelte Herumirren in den Straßen Lissabons beim Versuch meine Wohnung zu finden weitestgehend vermeiden und habe mich sehr schnell zurechtgefunden.

Die fast täglich stattfindenden Erasmus-Events erleichtern einem ebenfalls den Einstieg in das neue Leben. Bei einem Welcome-Dinner am Freitag- und einem Pubcrawl am Samstagabend habe ich bereits erste Kontakte geknüpft und zusammen mit anderen Austauschstudenten einen Ausflug an den Strand und zu mehrere Miradouros (Aussichtsplattformen) unternommen. Es ist unglaublich cool so viele neue Leute in so kurzer Zeit kennen zu lernen, sich über die Unterschiede in den Kulturen zu unterhalten und zusammen die neue Umgebung zu erkunden.

Trotz der ganzen aufregenden Erlebnisse merke ich auch, dass mein neues Leben ganz schön anstrengend ist. Das Gewöhnen an den neuen Wohnort, die vielen neuen Menschen – und deren Namen die man sich alle auch noch merken soll -, das Reden auf Englisch und das ständige Auf und Ab beim Erkunden der Stadt (Lissabon hat eine außerordentlich abwechslungsreiche Topografie) lassen mich abends ganz schön müde ins Bett fallen. Aber auch da bin ich guter Hoffnung, dass sich alles bald schon von selbst einrenken wird.

Und da ich finde, dass das ein schönes Schlusswort für meinen Beitrag über die ersten Tage meines Erasmus Semesters ist, sage ich mal gute Nacht und verabschiede mich ins Bett. Morgen beginnt der Portugiesisch Sprachkurs an meiner neuen Universität, dafür muss ich ausgeschlafen sein 😛

Bis bald!

Vorfreude vs. Nervosität

Die letzte Nacht in meiner Wohnung in Karlsruhe liegt hinter mir. Heute Abend werde ich zu meinen Eltern fahren und morgen von dort aus Richtung Luxemburg zum Flughafen starten.

In den letzten Tagen bestanden meine Tätigkeiten vor allem aus packen, umräumen und Sachen in den Keller bringen, um die Wohnung auf die Nachmieterin vorzubereiten. Während dieser Zeit konnte sich mein Kopf nicht richtig entscheiden ob er sich unglaublich freuen, nervös oder vielleicht doch traurig sein soll? Meistens wurde ich von wechselnden Phasen heimgesucht. Bikini einpacken – Sommerverlängerung ! Geile Sache! Regal im Bad ausräumen und Kisten in den Keller bringen – wieso mache ich das nochmal?…

Ich habe aber einen Weg gefunden, die ganzen bösen Gedanken an Abschied und Sehnsucht -zumindest im Moment- zu verdrängen. Zum einen hilft mir dieser Blog, denn ich kann meine Gedanken niederschreiben und danach alles etwas nüchterner betrachten. Zum anderen schaue ich mir ein ganz bestimmtes Video an, das in mir das Erasmus-Feuer wieder entfacht 😛 Schaut mal rein…

Eine Katze geht auf Reise

Cattitude – das ist hier wohl das Stichwort. Ich hab’s eben gerne gemütlich, schlafe gerne, und ich liebe gutes Essen. Wenn man mir eine Nackenmassage verpasst kann es sogar vorkommen dass ich anfange zu schnurren – wie eine richtige Katze eben. So sah zumindest mein bisheriger Lifestyle aus.

Vor ziemlich genau 8 Monaten hatte ich dann die grandiose Idee, ich könnte mich ja mal für ein Auslandssemester bewerben. Die Katze will mal raus! Nach der Auswahl des Gastlandes und dem recht schnellen Bewerbungsprozess lag dann auch prompt die Zusage auf dem Tisch – es geht nach Lissabon!

Die Freude war riesig, aber zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht ganz klar, dass sehr bald schon eine sehr aufregende Zeit beginnen wird, und damit meine ich nicht das Auslandssemester selbst, sondern die Zeit DAVOR. So einfach und schlicht die Bewerbung gehalten wurde, so kompliziert ist die Organisation, wenn man den Platz dann mal hat.

Aber auch diese Phase habe ich in diesem Moment überstanden. Alle Dokumente sind zusammengesucht, unterschrieben, verschickt, alle Verträge gekündigt und Versicherungen abgeschlossen, ein Zimmer ist gefunden, ein Flug gebucht und am Donnerstag um 11.00 Uhr geht es für 6 Monate los in das große Abenteuer Erasmus!

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Photo by Katharina Funk on Unsplash